StartseiteGustav Magnus


Gustav Magnus - Vater der deutschen Experimentalphysik

Diese Kraft zwischen Gebiete unterschiedlicher Strömungsgeschwindigkeiten erklärt diesen Effekt und wurde 1852 vom deutschen Physiker Heinrich Gustav Magnus (1802 – 1870) entdeckt. Die Bahnabweichung der rotierenden Körper lässt sich somit darauf zurückführen und wird nach seinen Entdecker als Magnus-Effekt bezeichnet.

Gustav Magnus führte als Hochschullehrer an der Universität Berlin Experimentalpraktika als Bestandteil des Universitätsstudium ein. Er kann somit durchaus als der Vater der deutschen Experimentalphysik angesehen werden.

Dies ist umso bedeutungsvoller zumal ihn sein Studium und seine Forschung expliziet als Chemiker ausweist. Auf den ersten Blick erscheint dies sicher ungewöhnlich. Man muß aber sehen, dass es zu seiner Zeit noch keine klare Trennungslinien zwischen den beiden Fächern gab. Insgesamt war war die Differenzierung zwischen den Naturwissenschaften nicht sehr ausgeprägt und somit waren die Lehraufgaben nicht so streng geregelt, wie man es vielleicht aus heutiger Sicht annehmen könnte.

Dieser Umstand erlaubte es Magnus Vorlesungen in Physik zu halten obwohl sein eigentlicher Arbeitsschwerpunkt noch in der Chemie lag. Der wohl entscheidene Fortschritt lag offensichtlich darin, dass Magnus die in der Chemie schon lange bestehende „Experimentalkultur“ auf die Physik übertrug. Ein Umstand der bei genauer Betrachtung garnicht hoch genug einzuschätzen ist.

Als Magnus 1840 in der Nähe der Universität das Haus am Kupfergraben 7 erwarb, richtete er in diesem einen Hörsaal und ein Laboratorium ein. Studenten hatten die Möglichkeit in dem Labor wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Bedingunge war jedoch ihm ein einen Plan für ein selbständiges projekt vorzulegen.

Ab 1843 begann er im Hörsaal seines Hauses mit einer neuartigen Lehrveranstaltung, ein physikalisches Kolloquium. Zwei Jahre später bildete sich daraus die Berliner Physikalische Gesellschaft.

Das eingerichtete Laboratorium im Haus am Kupfergraben 7 diente bis bis zu seinem Tod 1870 als physikalisches Labor der Universität Berlin. Heute wird es als wissenschaftliches Begegnungszentrum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft genutzt.

Gustav Magnus - 2.5.1802 - 4.4.1870


QuellennachweisImpressum