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Warum können Bälle und Frisbyscheiben "Kurven" fliegen?

Und wie kann man dieses "Phänomen" technisch nutzen?

Diese Seite beschäftigt sich mit der Historie der Nutzung des Magnuseffekts in der Schifffahrt, als auch mit dem aktuellen Projekt, das Rotorschiff "E-Ship" des Windradherstellers Enercon.



Zunächst gibt es eine Vielzahl von Protagonisten denen wir unsere Erkenntnisse zum Magnuseffekt verdanken. Selbstverständlich werden diese auf den folgenden Seiten noch entsprechend gewürdigt, Ehre wem Ehre gebührt. Sie sollen aber hier am Anfang bereits kurz erwähnt werden. Sollte der geneigte Leser und Betrachter noch weitere Vorschläge und Ergänzungen dazu machen wollen, bin ich dafür sehr dankbar und möchte sie bitten mich per eMail zu kontaktieren. (siehe Impressum)

Als erstes wäre da Daniel Bernoulli ein Schweizer Mathematiker und Physiker aus der berühmten Gelehrtenfamilie Bernoulli zu nennen. Von fundamentaler Bedeutung für die Hydrodynamik, insbesondere für eindimensinale Strömungsvorgänge, entwickelte er die nach ihm benannte BERNOULLISCHE Gleichung, die auch als Druckgleichung bezeichnet wird.

Daniel Bernoulli - 8.2.1700 - 17.3.1782



Die aus der BERNOULLISCHEN Gleichung folgenden Kräften zwischen Gebieten unterschiedlicher Strömungsgeschwindigkeit erklären den 1852 von Gustav Magnus entdeckten und nach ihm benannten Effekt.

Gustav Magnus führte als Hochschullehrer an der Universität Berlin Experimentalpraktika als Bestandteil des Universitätsstudium ein. Er kann somit durchaus als der Vater der deutschen Experimentalphysik angesehen werden.

In seinem Privathaus in Berlin Am Kupfergraben 7 richtete er ein physikalisches Kabinett und einen Hörsaal ein. Regelmäßig trafen sich hier junge Physiker um neuste physikalische Veröffentlichungen zu diskutieren. Im Rahmen eines eines solchen Treffens begegneten sich Werner Siemens und Johann Georg Halske, daraus entstand später das Unternehmen Siemens & Halske.

Heute dient das sogenannte Magnushaus als Sitz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Gustav Magnus - 2.5.1802 - 4.4.1870



Ludwig Prandtl lieferte bedeutende Beiträge zum grundlegenden Verständnis der Strömungsmechanik und entwickelte die Grenzschichttheorie.

Aufgrund der von ihm 1904 entwickelten Grenzschichttheorie wurde er 1909 auch zum Leiter der Aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen (AVA) ernannt. Die AVA war die Vorgängerorganisation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. 1907 erforschte er die Überschallströmung und die dabei entstehenden Stoßwellen, die bereits 1860 von dem Göttinger Mathematiker Bernhard Riemann theoretisch vorhergesagt wurden. 1908 baute er den ersten Windkanal in Deutschland und entwickelte eine Tragflügeltheorie, die den Flugzeugbau beeinflusste. 1910 erforschte er turbulente Strömungen und entwickelte die Prandtl-Zahl.

Ludwig Prandtl - 4.2.1875 - 15.08.1953



Im Alter von 29 Jahren stellte Anton Flettner dem damaligen Reichsmarineamt seine erste Erfindung vor, einen lenkbaren Torpedo. Diesen, wie auch seine nächste Erfindung, einen ferngesteuerter Kampfwagen, wurden abgelehnt(!), da man sie nicht für technisch realisierbar hielt.

Anfang der 20iger Jahre plante Anton Flettner einen herkömmlichen Segelschiffsantreib durch Metallsegel zu ersetzen. Jedoch bevor ein bereits in Kiel geplanter Umbau eines Schiffes mit Metallsegeln zur Ausführung kam, hörte er von den Versuchen mit rotierenden Zylindern an der Aerodynamischen Versuchsanstalt in Göttingen. Mit Hilfe der Versuchsergebnisse entwickelte er den sogenannten Flettnerrotor, der den Magnuseffekt ausnutzte: Ein der Windströmung ausgesetzter, rotierender Zylinder erzeugte aus dem Sog und den Staudruckkräften eine Kraft quer zur Strömung. Bei den sogenannten Rotorschiffen rotieren auf Deck stehende Zylinder aus Blech und erzeugen damit den gewünschten Vortrieb.

Anton Flettner - 1.11.1885 - 25.12.1961


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